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  • AutorenbildMichael Gerhardt

„Schloss Reinhardtsgrimma in Schwarz/ Weiß"

Aktualisiert: 16. Jan.

Schloss Reinhardtsgrimma mit Parkanlage und Teich

Schloss Reinhardtsgrimma Schwarz/ Weiß
1/640s | f4.5 | ISO100 | 30mm


 

Metadaten

Aufnahmezeitpunkt

Sonntag 4. September 2022 gegen 17 Uhr


Aufnahmeort

Reinhardtsgrimma Sachsen


Wetter

Sonnig, Trocken


Kamera, Objektiv

Sigma DP2 Quattro, 30mm f2.8


 

Die Geschichte hinter dem Bild

Ein Sonntagnachmittag im September, die Sonne strahlt und wird nur selten von kleinen Wolken gestreichelt. Ein Familien Sonntagsausflug führt nach Reinhardtsgrimma, um das dortige Schloss samt Parkanlage zu erkunden. Gerade bei einem solchen Wetter ist diese Lokation sehr zu empfehlen. Man trifft dort nur wenige Menschen, auf dem Teich lassen sich Enten die Entengrütze schmecken, Parkbänke laden zum verweilen ein und man genießt die wunderbare Stille. Der Park bietet so manche botanische Besonderheit und vor dem Schloss kann man eine Sonnenuhr bestaunen. Wie das Bild deutlich ausdrückt, wird das ganze Ensemble vom sehr schön restaurierten Schloss bestimmt. Man kann aus den verschiedensten Winkeln des Parks jeweils einen anderen Blick auf dieses Baudenkmal erhaschen. Das Schloss selbst beherbergt eine staatliche Fortbildungsstätte der Agrarverwaltung des Freistaates Sachsen.


 

Technik

Zum Einsatz kommt die Sigma DP2Quattro mit dem X3 FOVEON Quattro Sensor. Sigma ist der Einzige Hersteller, der solche Sensoren verbaut (e) (derzeit gibt es keine aktuellen Modelle mit FOVEON Sensor). Die Kamera ist vom Design sehr ausgefallen, hat ein festes 30mm Objektiv, welches bei einem Cropfaktor* 1,7 eine Bildausschnitt vergleichbar mit 50mm Vollformat* bietet.

Wie die Optik vermuten lässt, liegt das Gehäuse speziell in der Hand, ich persönlich mag das. Aber Einhandbedienung ist dabei ausgeschlossen. Sigma geht wohl davon aus, dass sich der Fotograf mit einem Bild auseinandersetzt. Hirnloses Geknipste kann man bei der Kamera vergessen, sie braucht wie alle FOVEON Kameras von Sigma ihre liebe Zeit. Das ist gut, man muss sich mit dem Bild beschäftigen, es sich manchmal gegen die Eigenarten der Kamera erkämpfen. Anfangs überlegte ich, ob ich es hier mit einer Diva zu tun habe. Die bekanntlich in Ihrer Königsdisziplin brilliert sich sonst aber so manche Allüren gibt. Ich habe den Gedanken verworfen, für mich handelt es sich eindeutig um ein Biest. An guten Tagen ähnelt die Entwicklung der Bilder einem nicht enden wollenden WOW Effekt, aber an schlechten Tagen und da meine ich nicht das Wetter, ... naja....

Ich nutze als Automatik nur den Autofokus, weil der recht treffsicher ist und die manuelle Fokussierung recht umständlich funktioniert. Mit den zwei Drehrädern ist die Einstellung gut möglich und auch die Menüführung mit den überschaubaren Einstellmöglichkeiten muss nicht kritisiert werden. Das Fehlen eines Suchers nervt mich, Punkt! Das Display ist nicht schlecht und auch recht hell, aber ein professionelles Arbeiten ist das für mich nicht. Beim Objektiv bemängle ich die geringe Lichtstärke. Oh Mann, bei so einer Kamera ohne Bildstabilisator hätte Sigma ruhig sein sehr gutes 30mm f1.4 Objektiv verbauen können. Ich verstehe die Wahl für diese Linse nicht!




Also kurz zusammengefasst: Die Kamera lässt sich mäßig gut bedienen, ist langsam, hat keinen Sucher, hat kein lichtstarkes Objektiv und bewegte Motive kann man damit nur bedingt treffsicher ablichten.


Also warum kauft man sich so ein Ding für teures Geld? - Nun, da muss ich von einer Fotosession in Berlin berichten. Ich hatte die DP2 QUATTRO noch nicht sehr lange und dachte mir, die kannst Du auf einem Firmenevent an der Spree vielleicht sehr gut testen. Ich schoss an diesem Tag einige Bilder von Straßenszenen und war bei der Entwicklung der Bilder wirklich extrem überrascht. Durch den sehr hohen Microkontrast des FOVEON Sensors waren die Straßenszenen extrem scharf abgebildet. Ich kann in diesen Bilder bei 150% Vergrößerung wandern gehen und entdecke wieder und wieder neue kleine Details. Da sind Schilder, die man bei normaler Größe kaum wahrnimmt, aber durch Hineinzoomen kann man sie lesen. Die Gesichtsausdrücke der vorbeilaufenden Menschen sind so deutlich und Fassadenstrukturen treten knackig hervor. Selbst die Nikon D800E mit ihren 36MP kann da an Bilddetails nicht mithalten.


 

Bildausschnitte

Hier nun zwei stark vergrößerte Bildausschnitte. Bei genauerem Hinsehen kann man die einzelnen Pixel des Bildes erkennen.

Turm Schloss Reinhardtsgrimma
Bildausschnitt 161%

Schloss Reinhardtsgrimma
Bildausschnitt 161%
 

Worterklärung:

*Cropfaktor: Das ist eine Maßzahl/ Faktor für den vom Sensor aufgenommenen Bildausschnitt. Ausgehend vom bekannten Kleinbildfilm in der Analogen Fotografie (36 x 24 mm) kann man errechnen wie der Bildausschnitt eines digitalen Sensors vom Kleinbild (auch Vollformat genannt) abweicht (Kleinbildfilm 1:1, Sigma SD9 Sensor 1:1,7).

 



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