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  • AutorenbildMichael Gerhardt

Gescheit - Gescheitert

Aktualisiert: 23. Apr.

kleine Kapelle unterm Triglav, Nikon Z6 mit dem 24-70 f/2,8 SIGMA ART

Aufnahmezeitpunkt

30.08.2021 gegen 22 Uhr

Aufnahmeort

Plateau unterm Triglav

Wetter

zum Teil Schnee, Nebel, starker Wind, knapp über Null Grad

Kamera, Objektiv

Nikon Z6 mit 24-70 f/2.8 SIGMA ART

Einstellungen

f/4, 30s, ISO 2000, 24mm


Was macht so ein Bild auf dieser Website? Nun wie sagt man so schön, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann muss der Berg eben... . Und wenn es in Dipps keine hohen Berge gibt, ... !


Wir schreiben das Jahr 2021 und die ganzen Einschränkungen sind uns allen ins Gedächtnis eingebrannt. Dennoch oder deswegen fahren wir Ende August nach Slowenien und besteigen den Triglav, höchster Berg des Alpenstaates. Okay, wir versuchten es und scheiterten, nein - wir scheiterten nicht, wir waren einfach gescheiter als manch anderer. Ich will das erklären.


Der Aufstieg für Normalos erstreckt sich über 2 Tage. Zunächst geht es wanderfreudig mit nur einigen wenigen Klettereinlagen auf den Sattel unter dem Gipfel des Mali- Triglav. Hier verbringt man eine Nacht in der spartanischen Hütte, ohne jedoch das Abendprogramm zu verpassen. Es gibt Livemusik, wenn einer der Gäste Gitarre spielen kann. Das Tonmöbel selbst ist bereits vor Ort. Slowenen und Iren und Tschechen zupfen und singen gemeinsam und trinken. Der verklemmte Deutsche ist wohl meist Statist. Mancher von denen wird morgens zuerst auf dem Gipfel sein, im Halbrausch. Andere haben's nicht geschafft, die Messingplatten im Fels erzählen ihre eigene traurige Geschichte.


Aufgepeppt mit Helm und Gurten machen wir uns auf den Weg, es führt nun mehr kletternd als wandernd am riesigen Felsmassiv steil aufwärts. Wer das noch nie gemacht hat, wird sich überwinden müssen. Mit Sicherung ist es nicht gefährlich, mein 13-Jähriger begleitet mich. Schon relativ weit oben kommt ein 60-Jähriger bar jeglicher Sicherung aufrecht den Fels herab gewandert. Ich bin gesichert und halte mich zusätzlich am Seil fest. Sein Blick mustert eine Wanze, ich fühle den Hohn.


Nun, abschütteln und weiter, bis vor uns das Sicherungsseil aufhört. Nur diese zwölf Meter fehlen. Wo sollen wir uns einhängen? Die kühle eben deutsche Entscheidung: Wir liefern keine weitere Messingplatte. Ich bringe den Sohn sicher wieder zur Mutter. Wurmt es mich? Na sicher! Aber der Sohnemann will selbst wieder hin und das Kapitel zu Ende bringen. Wenn mich jemand fragt, wie man dem Nachwuchs die Alpenwanderei nahebringen kann, was haltet ihr von dieser Strategie. Unvollendetes ist ein gründlicher Motivator.


Das Bild entsteht am Hüttenabend. Wirklich herrlich ist die Aussicht, die schwere Nikon Z6 mit dem schweren 24-70mm f/2,8 Objektiv hatte beim Aufstieg viel Schweiß gekostet, jetzt muss sie liefern! Mitten in einer Langzeitbelichtung gibt es einen Lärm, es klingt fast wie Schreie. Wer noch nie Murmeltiere gehört und gesehen hat - dort gibt's diese kleinen Pelzträger.


Kann man den Trip empfehlen? - Doch sehr, aber man nehme extra Sicherungsseil mit, dann kann man die Meter ohne Sicherung, die es dort bestimmt immer mal wieder gibt, sicher überbrücken.


rechts gehts hoch zum Triglav


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