Endlich wie ein Profi fotografieren

Aufnahmezeitpunkt
unterschiedlich
Aufnahmeort
unterschiedlich
Kameras, Objektive
Nikon D200
Objektiv: Nikkor AF-S 50mm f1.8G

Fragst Du Dich, ob Du Dir eine echte teure Kamera mit einem echten teuren Objektiv kaufen sollst? Sieht man den Unterschied zu den Bildern eines halbwegs guten Telefons?
Wenn Du mich fragst ist meine Standardaussage: Eine echte Kamera macht nur Sinn, wenn Du die Bilder auch entwickeln/ bearbeiten willst. Die Bilder von guten Smartphones sind heute so perfekt, dass es sehr schwer ist, einfach aus der Kamera heraus ansehnlichere Fotos zu erzeugen. Die Handybilder werden durch KI Logiken so entwickelt, dass sie dem geltenden Schönheitsideal entsprechen. Also zum Beispiel schön Insta- Bunt :-).
Möchtest Du etwas anderes, dann wird eine Kamera für Dich interessant, aber nur mit der notwendigen Entwicklung/ Bearbeitung am PC wie Schatten aufhellen, Lichter absenken, Weißabgleich einstellen, ... .
Es gibt aber eine Ausnahme!
Auch mit teuren Smartphones ist es fast unmöglich gut freigestellte Bilder zu erzeugen. Freistellen heißt, dass der Bereich vor dem Gesicht und der Bereich hinter dem Gesicht bei Portraits möglichst schön unscharf ist. Andere nennen es Bokeh.

Beim Freistellen hat jede Kamera - Objektiv Kombination ihren ganz eigenen Charakter oder Charme. Es geht um Fragen: Wie groß ist der Bildsensor? Wie weit kann die Blende beim Objektiv geöffnet werden? Kann meine Kamera sehr kurz belichten, weil durch eine offene Blende sonst zu viel Licht einfällt? Erzeugt das Objektiv Farbabweichungen in den unscharfen Bereichen (bspw. Chromatische Aberration)? Ist das Bokeh sanft oder eher unruhig?

Vor einiger Zeit habe ich eine alte Canon 40D Kamera mit einem 50mm f1.8 Objektiv an Jugendliche aus der Gemeinde verborgt. Die Bilder die ich zu sehen bekam haben mich dann ziemlich überrascht. Ich kann sie hier leider nicht zeigen, aber da waren Portraits dabei, die man ohne Bedenken einem Fotografen zuschreiben könnte. Und man bedenke, die Kamera und das Objektiv bekommt man schon ab 100€ - eigentlich echt krass - finde ich.

So, also ich fasse zusammen:
Wenn man coole freigestellte Bilder machen will, auch ohne Nachbearbeitung/ Entwicklung und nicht mehr als 200€ zur Verfügung hat, dann:
Kauft man sich eine APS-C Kamera wie die Canon 40D oder die Nikon D200 oder ganz viele andere ältere Spiegelreflexkameras.
Und dazu kauft man sich ein 50mm f1.8 Objektiv - natürlich gebraucht.

Aber warum ist das so (leider etwas Technik - lastig)? Zuerst hat eine APS-C Kamera einen kleineren Bild- Sensor als die sogenannten Kleinbild oder Vollformat Kameras und ist darum oft deutlich billiger. An APS-C erscheint ein 50mm Objektiv wie ein 75-80mm Objektiv mit einer Lichtstärke von f1.8 und einer vergleichbaren Freistellung von f2.8. Zum Zweiten bekommt man damit Ergebnisse, die Fotografen mit zig mal teurerer Ausrüstung nicht wirklich besser hinbekommen, weil es bei Portraits fast nie auf Schärfe und Auflösung ankommt. Wer will schon jeden seiner kleinen Pickel sehen?

Lust auf 50mm Portraits bekommen - das muss kein teures Hobby werden und es macht wirklich Spaß :-).






